Ruhr-Universität Bochum erforscht im Neubau smarte Produkt-Service-Systeme

Die Informations- und Kommunikationstechnologien befinden sich in einem stetigen Wandel, der Auswirkungen auf Produkte, Prozesse, Organisationen, Geschäftsmodelle und ganze Wertschöpfungsketten haben wird. Neue Technologien – meist als so genannte smarte Produkte bezeichnet  – durchdringen den Markt und bilden das Fundament für neue Marktleistungen, die sich durch Integration von Dienstleistungen zu Smarten Produkt-Service Systemen (Smarte PSS) entwickeln.

Das Forschungszentrum für das Engineering Smarter Produkt-Service-Systeme (ZESS) ist ein Forschungsbau der Ruhr-Universität Bochum und hat es sich  zur Aufgabe gemacht, smarte PSS, ihre charakteristischen Eigenschaften und die aus diesen Eigenschaften resultierenden Veränderungen disziplinübergreifend zu verstehen und in geeignete Modelle, Methoden, Technologien und Systeme zu überführen. Die Planung des ZESS wurde seinerzeit mit BIM ausgeschrieben und als Experten haben wir von AEC3 das Projekt, beginnend mit dem Vergabeverfahren zu dem BIM-Lastenhefte, BIM-Leistungsbilder sowie BIM-Kompetenzabfragen zählten, begleitet. Des Weiteren wünschte sich der Auftraggeber eine intensive Beratung durch uns, um gemeinsam eine BIM-Strategie zu erarbeiten und BIM-Ziele mit einem positiven Aufwand-Nutzen-Verhältnis zu definieren.

Basierend auf den Erfahrungen aus ähnlichen Großprojekten wie dem Flugfeldklinikum Böblingen oder dem Neubau der W&W Konzernzentrale analysierten wir in einem ersten Schritt die bisherige Prozessstruktur und entwarfen danach einen BIM-Referenzprozess für den Kunden. Als fachliche Grundlage diente u. a. der BIM-Referenzprozess für Deutschland, den wir im Projekt BIMiD seinerzeit mitentwickelt hatten. In einem nächsten Schritt berieten wir die Verantwortlichen zu den Rollenbildern des Projektsteuerers und des BIM-Managers und zeigten auf, warum diese beiden Positionen organisatorisch getrennt sein sollten.

Es folgte die Ausarbeitung der Ausschreibungsunterlagen, wobei wir von AEC3 erneut unterstützend tätig waren. Hier definierten wir gemeinsam mit dem Kunden auch Themen wie Dateiformate, BIM-spezifische Leistungen des Planers und u. a. Bewertungskriterien mit deren Hilfe eingehende Angebote interpretiert werden konnten. Danach erfolgten die Erstellung des Lastenheftes und die Entwicklung eines Konzeptes zur Einbindung des Bieters in den Überprüfungs- und Freigabeprozess der gelieferten BIM-Modelle durch den Auftraggeber in Abstimmung mit der Projektsteuerung. Der Kunde erwartete zudem ein von uns erarbeitetes Konzept zur Datenhaltung und Dokumentation der BIM-Modelle, was die vorhandene Infrastruktur zu berücksichtigen hatte. In einem letzten Schritt waren wir beratend für die Ruhr-Universität Bochum tätig, als es galt die eingehenden Angebote für die Planung des ZESS zu prüfen und bei der Auswahl zu beraten.