Vom Modell in die Realität – Workflow-Entwicklung in Hochgeschwindigkeit

Die Siemens AG war an das Team der AEC3 herangetreten, weil ein sach- und fachkundiger Dienstleister gesucht wurde, der einen Workflow entwickeln und testweise implementieren konnte. Ziel: aus BIM Fachmodellen bessere Kostenschätzungen, Bemusterungsvarianten und Aussagen zur Plausibilität der Mengen ableiten können. Die AEC3 plante daraufhin das Projekt so, dass man im Rahmen eines dreimonatigen Entwicklungssprints demonstrieren konnte, welches Potenzial die von den Fachplanern gelieferten BIM-Fachmodelle der Hauptgewerke wie etwa Architektur und technische Gebäudeausstattung, mit Blick auf eine Auftraggeber seitige Überprüfung der Kosten bieten. Auch konnte das AEC3 Team veranschaulichen, wie bei Übernahme in eine geeignete Kostenplanungssoftware verschiedene Kostenvarianten basierend auf alternativen Bemusterungen erstellt werden können.

Im Fokus standen hier vor allem preisbestimmende Bauteile. Sie wurden sowohl im Sprint als auch in der abschließenden Demonstration festgelegt. Der Auftraggeber partizipierte während des Sprints zudem von einem exemplarischen Test: Es galt zu klären, inwieweit die in den BIM-Fachmodellen der Planer repräsentierten Entwürfe regelkonform sind. Ebenfalls im Fokus stand die Fragestellung, inwieweit die Mengen auf Ihre Korrektheit hin plausibilisiert werden können. Das war die Basis, um im Vorfeld die Belastbarkeit der BIM-Modelle für die Kostenschätzung festzustellen.

Hohe Erwartungen: frühe Kostenschätzungen und umfangreiche Tests

Der Auftraggeber definierte die für ihn relevanten Teilaufgaben. Das Team der AEC3 engagierte sich im Rahmen des Sprints u. a. bei der Definition des Zielniveaus der später geforderten Qualität der BIM-Fachmodelle im Sinne von prüfbaren LOI-Definitionen. Der Schwerpunkt lag auf der Definition der für die Kostenplanung notwendigen Attribute für die Gewerke Architektur und TGA. In einem weiteren Teilprojekt prüfte die AEC3 ein Beispielmodell namens „Hannover“. 

Hier wurden neben der exemplarischen Validierung hinsichtlich der Regelkonformität und Korrektheit der Mengen auch die Erstellung von Prüfregeln und deren Umsetzung hinsichtlich der Vollständigkeit der Attributierung für die Kostenplanung erwartet. Ein weiteres Teilprojekt widmete sich der exemplarischen Ergänzung der für die Kostenplanung notwendigen Attribute mit Inhalten und Ausprägungen für die Kostenplanung auf Basis der DIN SPEC 91400 „BIM-Klassifikation nach STLB-Bau“. 

In diesem Zusammenhang war auch ein Test des Grads der Anwendbarkeit von „Reparatur-Tool“ zur Ergänzung der BIM-Fachmodelle in den festgelegten Formaten Revit und IFC erforderlich. Weiter musste das AEC3 Team als Experten die Frage beantworten, wie sich der Report aus dem BIM-Fachmodell des Objektplaners für die Kostenschätzung mit dem Siemens-internen Kostentool für frühe Kostenschätzungen nutzen ließe. Ebenfalls umgesetzt wurde eine Verknüpfung der BIM-Fachmodelle mit Leistungsbeschreibungen nach STLB-Bau und einer Preisdatenbank in geeigneter BIM-fähiger AVA-Software. Es folgte die exemplarische Erzeugung von möglichen Kostenoptimierungen über alternative Bemusterungen der Bauelemente in der geeigneter BIM-fähiger AVA-Software. Die einzelne Schritte und Ergebnisse wurden dokumentiert. Das Ergebnis präsentierten die Fachleute als möglichen Workflow, den der Auftraggeber bei sich umsetzen kann.